Mikuláš Dzurinda
Geboren: 4.2.1955 in Spišský Štvrtok
Ministerpräsident der Slowakei vom 30.10.1998 bis 4.7.2006
Dzurinda war bis zur Wende in der Wirtschaft tätig, studierte an der Hochschule
für Transport und Verkehr in Žilina
und arbeitete bis 1988 in Forschungsinstituten, anschließend bei den
Tschechoslowakischen Eisenbahnen (1988-1990).
1990 war er Mitbegründer der
Christdemokratischen Bewegung (KDH), 1991 wurde er stellvertretender Minister für
das slowakische Transport- und Postwesen und 1992 wählte man ihn ins
slowakische Parlament. 1994 war er für einige Monate Verkehrsminister, ehe er
nach den verlorenen Wahlen als Parlamentsmitglied in der Opposition mitwirkte.
1997 wird er Sprecher einer Koalition von fünf Oppositionsparteien (SDK) und 1998
zu deren Vorsitzenden. Dieses Bündnis setzt sich im Oktober 1998 in den
Parlamentswahlen durch, obwohl die Partei des Ex-Premiers
Mečiar (HZDS)
abermals die stärkste Kraft wird. Mitte 2000 gründet Dzurinda nach
Streitigkeiten in der SDK die Slowakische Demokratische und Christliche Union (SDKÚ).
Vor den Wahlen 2002 fällt die SDKÚ in den Umfragen als nur noch drittstärkste
Kraft hinter die neu gegründete Partei Smer des redegewandten und
charismatischen Vorsitzenden
Robert Fico zurück. Die Zeit des Ministerpräsidenten
Dzurinda scheint abgelaufen, denn Fico wäre im Gegensatz zu dem isolierten Mečiar
in der Lage gewesen, ein Regierungsbündnis zu bilden. Doch am Wahltag kommt es
anders. Dzurinda und die SDKÚ retten sich als zweitstärkste Partei hinter der
wiederum siegreichen HZDS über die Ziellinie und Dzurinda kann weiter regieren,
wenn auch mit einer sehr knappen Mehrheit.
Auch 2006 sieht es zunächst so aus, als sollte es Dzurinda wieder irgendwie
schaffen. Doch Fico bildet eine Koalition mit SNS und HZDS und besiegelt so das
vorläufige Ende der Ministerpräsidentenlaufbahn Dzurindas.
Letzte Änderung: 22.5.2004