Ivan Gašparovič
Geboren: 27.3.1941 in Poltár
3. Staatspräsident der Slowakei ab April 2004
Gašparovič ist nach seinem Stichwahl-Sieg vom 5.4.2009 gegen Iveta Radičová
der erste slowakische Präsident, der nach der ersten Amtszeit wiedergewählt
wurde. 2004 wurde er zum ersten Mal ins Amt gewählt. Auch damals musste er
durch die Stichwahl - gegen
Vladimír Mečiar,
nachdem er im ersten Wahlgang hinter diesem Zweiter geworden war. Seinerzeit war
der aussichtsreichste Kandidaten, der ehemalige Außenminister
Eduard
Kukan, den eine geringe Wahlbeteiligung den Einzug in die Stichwahl kostete.
Gašparovič konnte sich 2004 nur mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,18% vor Kukan
in die Stichwahl retten. In der
Stichwahl wurde er von vielen Beobachtern als «das kleinere Übel»
bezeichnet. Viele befürchteten, dass eine Wahl Mečiars die Slowakei in die
außenpolitische Isolation zurückgeführt hätte.
Während seiner ersten Amtszeit konnte der als farblos geltende
Gašparovič durch seinen leutseligen Umgang mit den Menschen jedoch auch
Sympathien im Volk gewinnen. Zudem wurde er von den regierenden Parteien unterstützt,
wohl vor allem deshalb, weil
Gašparovič sich nicht im besonderen Maße in die Geschäfte der Regierung
eingemischt hatte.
In früheren Jahren galt Gašparovič als engster Vertrauter Mečiars. Als er im Juli 2002 nicht mehr
für die Parlamentswahlen aufgestellt werden sollte, verließ er die HZDS und gründete die
«Bewegung für Demokratie» (HZD). Doch obwohl die neu gegründete
HZD in den Umfragen anfangs über 5 Prozent lag, scheiterte die Partei bei den
Wahlen an dieser Hürde (mit 3,28%) und zog damit nicht ins Parlament ein.
Gašparovič studierte von 1959-64 Jura an der Comenius-Universität in
Bratislava und dozierte dort von 1968-90. Von Juli 1990 bis
März 1992 war er Generalstaatsanwalt der ČSFR. Ab Sommer 1992 war
er führendes Mitglied der Partei von Vladimír Mečiar und von 1992 bis 1998 Parlamentspräsident
- von Juli bis Oktober 1998 auch mit präsidialen Vollmachten.
Website:
www.gasparovic.sk
Letzte Änderung: 25.4.2009