Rudolf Schuster

Geboren: 4.1.1934 in Košice
2. Staatspräsident der Slowakei vom 15.6.1999 bis 2004.

Schuster entstammt einer karpatendeutschen Familie und war zunächst als Maschinenbau-Ingenieur in der tschechoslowakischen Stahlindustrie beschäftigt. 
In den siebziger Jahren hatte er verschiedene Ämter inne, bevor er 1983 Bürgermeister von Košice und 1986 Regierungspräsident der Ostslowakei wurde.

Nach dem Zusammenbruch der CSFR schloss er sich der Opposition an und war vorübergehend Vorsitzender des slowakischen Nationalrates. 1990-92 ging er als Botschafter der Tschechoslowakei nach Kanada, kehrte nach der Teilung des Landes 1993 aber zurück und gehörte zunächst dem Außenministerium an, bevor er im Dezember 1994 abermals Bürgermeister von Košice wurde.

1998 gründet Schuster die Partei der bürgerlichen Verständigung, für die er auch den Vorsitz führt. Als Kandidat der Regierungskoalition setzt er sich gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Vladimír Mečiar durch.

Schuster galt zunächst bei vielen Slowaken als Hoffnungsträger, doch eine längere Erkrankung und das wachsende Misstrauen gegen das ehemalige KP-Mitglied (1964 bis 1990) ließen Schuster in der Wählergunst zurückfallen. Vor allem bei der jüngeren Bevölkerung wird die ehemalige Mitgliedschaft Schusters in der Kommunistischen Partei kritisch gesehen. Da half es dem Präsidenten auch nicht, dass er sich in der Endphase des Präsidentschaftswahlkampfes als das soziale Gewissen der Regierung gab. Im Gegenteil: Die Blockade-Politik Schusters bei seiner Zustimmung zu vom Parlament beschlossenen Gesetzen wird auch vom Wähler kritisch gesehen. Zudem wird dem scheidenden Präsidenten von Bürgerrechtsgruppen angelastet, er habe sein Amt für die Werbung in eigener Sache missbraucht. So reiste er schon vor dem offiziellen Wahlkampf durch die Lande um so genannte «Treffen mit den Bürgern» abzuhalten.

Beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl vom 3. April 2004 kandidierte Schuster für die Wiederwahl, erhielt jedoch nur 7,4% der Stimmen und kam so nicht in die Stichwahl.

Letzte Änderung: 22.5.2004
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