Slowakei - Außenpolitik
Seit 2006 ist die Partei Smer unter Premier Róbert Fico die stärkste Kraft in
der Slowakei. Der aktuelle Außenminister heißt Miroslav Lajčák. Außenpolitisch
profitierte die Slowakei lange von den Maßnahmen der Vorgängerregierung
unter
Mikuláš
Dzurinda, während die aktuelle Regierung ein ums andere Mal in der europäischen
Kritik stand. Letzter Streitpunkt war das neue slowakische Sprachengesetz, das vor
allem die ungarischen Minderheiten in der Südslowakei benachteiligt. Fico hat
in drei Jahren seiner Amtszeit das außenpolitische Ansehen der Slowakei auf
einen neuen Tiefpunkt gebracht. Meilensteine einer beklagenswerten Politik:
- Koalition mit der nationalistischen SNS, nach dem Wahlsieg 2006
- die Diskussionen um die Wiederinbetriebnahme des Blocks Bohunice II im Zuge der
Gaskrise im Januar 2009
- das neue Sprachengesetz
- die Einreiseverweigerung gegenüber dem ungarischen Präsidenten László
Sólyom im August 2009
Schon im September 1998 hatten die Parlamentswahlen nicht
nur das innen- sondern auch das außenpolitische Klima geändert. Der
ehemalige
Ministerpräsident
Vladimír
Mečiar hatte das Land in die außenpolitische
Isolation geführt. Innenpolitisch wurde er für die Korruption im Land
verantwortlich gemacht und war dem Verdacht des Amtsmissbrauch ausgesetzt,
weswegen er im April 2000 in einer spektakulären Polizeiaktion verhaftet wurde.
Der Regierung unter Ministerpräsident
Mikuláš
Dzurinda gelang es zwischen 1998 und 2006, das Vertrauen
der EU-Kommission und der europäischen Staaten zurückzugewinnen. Schon 1995
war die Slowakei im Rahmen des Europa-Abkommens zum assoziierten Staat der EU
geworden. Nach Jahren der Isolation wurden am 15.2.2000 die
Beitrittsverhandlungen zur EU-Mitgliedschaft aufgenommen.
Im April 2003, während der Amtszeit Dzurindas, verabschiedete das Europaparlament die EU-Erweiterung und die
Aufnahme der Slowakischen Republik in die EU zum 1.5.2004. Dies ist ein großer
Erfolg der Regierung und auch des Präsidenten Rudolf Schuster. Auch deshalb,
weil die Slowakei später in den Aufnahmeprozess einstieg als etwa Polen,
Tschechien und Ungarn, aber zeitgleich aufgenommen wurde. Auch in der slowakischen Bevölkerung
gab es für den EU-Beitritt eine breite Zustimmung. Bei 52,2% Wahlbeteiligung wurde die nach slowakischem Recht
erforderliche Teilnahme von 50% zwar nur knapp überschritten. Diejenigen, die den
Weg zur Wahlurne fanden, stimmten mit 90,5% jedoch eindeutig für den Beitritt.
Ein weiterer Erfolg der Regierung Dzurinda war der NATO-Beitritt 2004 und die
Aufnahme der Slowakei zu den Beitrittskandidaten für die europäische Einheitswährung
- der EURO wurde dann später unter der Regierung Fico eingeführt. Gleiches
gilt für den Beitritt zum Schengener Abkommen. Auch in der Wirtschafts- und
Finanzpolitik brachte die Slowakei in diesen Jahren unter Ivan Miklos einiges
auf den Weg. Zu nennen wären hier z.B. die Flat Tax oder auch die Entschädigung
der unter der sozialistischen Regierung enteigneten Personen.
Die Slowakei ist u.a. Mitglied der EU (seit Mai 2004), der Vereinten Nationen (UN), der
Welthandelsorganisation (WTO), der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE, seit 1993), des Europarat (seit 1993), der
NATO (seit März 2004) und des Schengener Abkommens (seit 2008). Am
28.9.2000 unterzeichnete Außenminister
Eduard Kukan die Dokumente zum Beitritt
der Slowakei in die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (OECD). Die Beitrittsverhandlungen waren während der Amtszeit von Vladimír
Mečiar ins Stocken geraten. Gleich nach dem Amtsantritt der neuen
Regierung schrieb Ministerpräsident Mikuláš Dzurinda im Dezember 1998 einen
Brief an OECD-Generalsekretär Donald Johnston mit der Bitte um Beschleunigung
der Aufnahme. Weitere Bemühungen folgten. Die Slowakei ist das 30. Mitglied
dieser Organisation.
Namen: Vladimir
Meciar, Mikulas Dzurinda, Eduard
Kukan
Letzte Änderung: 5.9.2009