Slowakei - Wahlen 2010
Iveta Radičová heißt die neue Regierungschefin der Slowakei. Sie ist die erste Premierministerin in der noch jungen
Geschichte der Slowakei. Radičová vereinigt 4 Oppositionsparteien hinter sich. Wahlsieger
Fico, der bislang unter anderem mit der rechtspopulistischen SNS regierte,
schaffte es nicht, eine neue Regierung zu bilden, denn seine beiden
bisherigen Regierungspartner SNS und ĽS-HZDS holten erwartungsgemäß nicht
genug Prozente. Fico erreichte mit seiner Partei das beste Wahlergebnis seit
Parteigründung. Trotzdem verlor er im Wählerzuspruch seit Ende 2007 rund 10
Prozentpunkte. Vor allem in wirtschaftsschwachen Gebieten konnte Fico punkten, während
im Großraum Bratislava vor allem die SDKÚ punkten konnte. Ergebnisse
Bratislava: SDKÚ 29,45%, Smer 23,82%, SaS 18,04%, Most-Híd 8,43%, KDH 8,2%,
SNS 3,51%, ĽS-HZDS 2,61%.
Die ĽS-HZDS schaffte auch landesweit nicht mehr den Sprung ins Parlament
(4,32%), wodurch die ehemalige Regierungskoalition nur noch auf 71 Sitze kommt,
während die übrigen vier Parteien 79 Sitze auf sich vereinen. Auch die
rechtspopulistische SNS kam nur auf 5,07% der Wählerstimmen und schaffte nur
mit knapper Not den Einzug ins Parlament.
Auf Seiten der Opposition schaffte der Erfinder der Flat Tax, Richard Sulík,
mit seiner neu gegründeten Partei SaS aus dem Stand 12,14%. Auf Seiten der
ungarischen Bevölkerungsminderheit setzte sich der Trend der letzten Monate
durch, eher die neu gegründete, gemäßigte Partei Most-Híd des ehemaligen SMK-Parteivorsitzenden Bela Bugars zu unterstützen
als die radikalere SMK. Auch in den Gebieten mit hohem ungarischen Bevölkerungsanteil
(Dunajská Streda, Komárno) bestätigte sich dieser Trend. Nur in den
Ungarngebieten um Štúrovo erreichte die SMK die Mehrheit. Als dritte
Partei der Opposition schaffte die KDH wie bei den vergangenen Wahlen
konstant um die 8,5 Prozent.
Zahlen, Tendenzen, Ergebnisse
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Wahlergebnisse seit 1992 sowie
aktuelle Trends und den Ausgang der Wahl 2010.
| Monat
| Smer
|
SDKÚ-
DS
| SaS
| KDH
| Most-
Híd
| SNS
| SMK-
MKP
| ĽS-
HZDS
| KSS
| SD¼
(2005)
| SF
| SZ
| HZD
| ANO
| SD¼
(bis '04)
| SOP
| Sonst.
|
| Wahl 1992 |
--- |
--- |
--- |
18 S. |
--- |
15 S. |
14 S. |
74 S. |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
29 S. |
--- |
--- |
| Wahl 1994 |
--- |
--- |
--- |
17 S. |
--- |
9 S. |
17 S. |
61 S. |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
18 S. |
--- |
--- |
| Wahl 1998 |
--- |
42 S.
26,3% |
--- |
--- |
--- |
14 S.
9,1% |
15 S.
8,1% |
43 S.
27% |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
23 S.
14,7% |
13 S.
8% |
6,8% |
| Wahl 2002 |
25 S.
13,5% |
28 S.
15,1% |
--- |
15 S.
8,3% |
--- |
3,32% |
20 S.
11,2% |
36 S.
19,5% |
11 S.
6,3% |
--- |
--- |
--- |
3,28% |
15 S.
8,0% |
1,36% |
--- |
18,4% |
| Wahl 2006 |
50 S.
29,1% |
31 S.
18,4% |
--- |
14 S.
8,3%
|
--- |
20 S.
11,7% |
20 S.
11,7% |
15 S.
8,8% |
3,9%
|
0,1% |
3,5% |
--- |
0,6% |
1,4% |
--- |
--- |
1,3% |
| 12/2007 |
45,2% |
13,5% |
---
|
8,4%
|
--- |
11,2% |
7,6% |
9,3% |
2,0%
|
--- |
1,1%
|
---
|
1,0% |
--- |
--- |
--- |
0,7% |
| 8/2009 |
38,5% |
14,3% |
3,4%
|
9,9%
|
5,2% |
8,5% |
6,3% |
6,8% |
2,1%
|
--- |
1,4%
|
2,4%
|
0,3% |
0,3% |
--- |
--- |
0,6% |
| 12/2009 |
37,9% |
11,5% |
5,3%
|
11,0%
|
5,7% |
8,4% |
5,6% |
7,0% |
2,0%
|
0,3% |
2,3%
|
1,4%
|
0,9% |
--- |
--- |
--- |
0,7% |
| 4/2010 |
35,1% |
11,7% |
11,6%
|
11,4%
|
5,1% |
6,2% |
6,0% |
5,2% |
2,0%
|
1,8% |
---
|
---
|
--- |
--- |
--- |
--- |
3,9% |
| 5/2010 |
35,3% |
14,0% |
13,3% |
8,3%
|
5,6% |
6,1% |
5,9% |
5,1% |
1,6%
|
0,8% |
---
|
---
|
--- |
--- |
--- |
--- |
4,0% |
| 6/2010 |
29,5% |
12,1% |
12,4% |
9,2%
|
6,5% |
7,7% |
5,2% |
5,0% |
2,3%
|
4,6% |
---
|
---
|
--- |
--- |
--- |
--- |
5,5% |
| Wahl
2010 |
62 S.
34,79% |
28 S.
15,42% |
22 S.
12,14% |
15 S.
8,52%
|
14 S.
8,12% |
9 S.
5,07% |
4,33% |
4,32% |
0,83%
|
2,41% |
---
|
---
|
--- |
--- |
--- |
--- |
3,96% |
S. = Sitze /
SDKÚ-DS: früher SDKÚ, davor SDK / ĽS-HZDS: früher HZDS
Prognosen vor der Wahl und Hintergründe
Robert Fico
bestimmte mit seiner Partei Smer in den letzten Jahren das politische Geschehen.
Der bei der Bevölkerung beliebte Politiker geriet allerdings in den vergangenen
Monaten stark in
die Kritik. Nicht nur die Affäre um Sprengstoffpakete, die im Zuge einer Übung
am Flughafen Košice ahnungslosen Passagieren ins Gepäck geschmuggelt
wurden und das anschließende Festhalten an Innenminister Robert Kalinák,
sondern auch der Emissionszertifikate-Skandal sowie die peinlichen Pannen bei der
Einführung der neuen Lkw-Maut haben den 2009 ohnehin gesunkenen Wählerzuspruch
weiter fallen lassen. Auch das bereits nachgebesserte Patrotismusgesetz sorgt längst
nicht überall für den von der Regierung erhofften Zuspruch der Bevölkerung,
sondern ließ vielmehr Kritiker laut werden, die der Meinung waren, man könne
Patriotismus nicht von Staatsseite anordnen. Erstmals seit langem wird ein Machtwechsel nach der Wahl
von Experten nicht mehr ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass die
Regierungskoalition aus Smer-SD, SNS und ĽS-HZDS in sich zerstritten ist.
Und auch innerparteilich schien Fico nicht mehr unumstritten. So vermuteten
Insider, das Festhalten an Kalinák könne ein Zugeständnis an den
innerparteilichen Frieden gewesen sein. Kalinák, hatte für den
Sprengstoff-Zwischenfall keine offizielle Erklärung abgegeben, obwohl eines der
Päckchen in einem Zivilflugzeug bis nach Irland gelangt war. Letztes hatte zu
deutlichen Verstimmungen zwischen beiden Ländern geführt. Zu allem Überfluss
schwächeln Ficos Regierungspartner SNS und ĽS-HZDS und müssen um den
Einzug ins Parlament bangen.
Unterdessen erreichten die Mitte-Rechts-Parteien zwischenzeitlich erstmals seit
langem wieder einen Wert um die 40%. Im Februar dann erhob Fico massive Anschuldigungen gegenüber
Dzurinda und die SDKÚ. Dzurinda und der SDKÚ-DS wird vorgeworfen, bei den
Privatisierungen, die während der Regierungszeit 1998-2006 abgewickelt wurden,
«Provisionen» kassiert zu haben, die dann u.a. über
Briefkastenfirmen in London und Dubai
«gewaschen» wurden. Dzurinda trat anschließend unter dem Druck der
Anschuldigungen von der Kandidatur zum Premierminister zurück. Die Opposition
hoffte anschließend darauf, dass sie mit der beliebten, ehemaligen Präsidentschaftskandidatin
Iveta Radičová das Ruder doch noch herumreißen kann. Und tatsächlich
konnte Radičová den Abwärtstrend der SDKÚ-DS stoppen.
Das ungarische Lager ist indes gespalten. Nachdem der langjährige Vorsitzende Béla Bugár
die Partei 2007 verließ geriet die Ungarnpartei SMK-MKP in einen Schlingerkurs.
Als Bugár Ende Juni 2009 die neue Partei Most-Híd gründete, verlor die
SMK-MKP kontinuierlich an Zuspruch. In der Zwischenzeit hat die neue Partei,
deren Namen übersetzt Brücke (slowakisch: Most, ungarisch Híd) heißt, in der
Wählergunst zur SMK-MKP aufgeschlossen und das ungarische Lager teilt sich nun
in zwei Hälften. Dabei gilt Most-Híd als die gemäßigtere Variante, die nicht
in erster Linie die ungarischen Interessen im Vordergrund sieht, sondern das
Zusammenleben zwischen Ungarn und Slowaken.
Insgesamt ist die Parteienlandschaft der Slowakei seit 2000 starken Veränderungen
unterworfen. So gab es in den letzten 10 Jahren immer wieder Abspaltungen,
Fusionen und Neugründungen. Im Jahr 2009 ging neben der Partei Most-Híd noch
die SaS (Freiheit und Solidarität) an den Start und konnte im Dezember zum
ersten Mal die 5%-Hürde knacken. Vorsitzender ist Richard Sulík, der 2004 die
slowakische Steuerreform geschrieben hatte. Und die SaS ist der große Gewinner
der letzten Monate. Zwischen Ende Dezember 2009 und April 2010 konnte die Partei
den Wählerzuspruch mehr als verdoppeln und lag Ende April bei 11,6% - nur noch
0,1% hinter ihrem potentiellen Regierungspartner SDKÚ-DS.
So ist auf der Zielgeraden ein spannender Kampf um die letzten Prozentpunkte
entbrannt. Regierung und Opposition liegen fast gleichauf. Vorteil der
Opposition ist der Aufwärtstrend der letzten Monate. Der Regierung könnte
helfen, dass die Wirtschaft der Slowakei wieder anspringt und die Slowakei im
ersten Quartal 2010 wieder zu den am schnellsten wachsenden europäischen
Volkswirtschaften gehörte. Ein Faktor könnte am Ende jedoch noch
entscheidender sein. Und das ist die Frage, welche der kleinen Parteien am 12.6.
den Einzug ins Parlament schafft und wer an der 5-Prozent-Hürde scheitert.
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in unserem Forum:
Slowakei
Wahl 2010
Erläuterungen zu den Parteien (Stand: 2010)
| Smer-SD |
1999 gegründete, linksgerichtete Partei (übersetzt «Richtung»).
Viele hatten die Partei schon 2002 als Favorit für die Parlamentswahl
gesehen, zumal die Partei in den Umfragen vorne lag. Bei der Wahl jedoch
zogen HZDS und SDKÚ in der Wählergunst wieder vorbei. 2004 nach Fusion
mit der SDL umbenannt in SMER Socialna
demokracia. 2006 stärkste Partei bei der Parlamentswahl. Seitdem Anstieg
in der Wählergunst auf zwischenzeitlich 47,7% (1/2007) und 48,5%
(1/2009). 2009 hatte die Partei mit allerlei Problemen zu kämpfen und
sankt in der Wählergunst zunächst auf 40,4% (Juli), berappelte sich
jedoch im August auf 44,9%, um seitdem kontinuierlich abzufallen auf im
Dezember knapp 38%. Vorsitzender: Robert Fico. |
|
SDKÚ-DS |
Slowakische Demokratische und Christliche Union, Nachfolgepartei der
SDK,
Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Mikuláš Dzurinda, gegründet Mitte 2000 wegen Streitigkeiten in der
SDK,
Fusion von SDK und DU. Die SDKÚ hat die deutsche CDU als Vorbild. Dzurinda
trimmte die Partei auf EU- und NATO-Kurs. Nach den verheerenden Einbrüchen
in der Wählerbeliebtheit im Laufe der Regierungsperiode, konnte die
SDKÚ kurz vor den Wahlen 2006 wieder auf über 11% der Stimmen
zulegen, um bei den Wahlen selbst 18,4%. Auffällig ist, dass die SDKÚ-DS
bei Wahlen immer etwas stärker war, als in den Umfragen. Seit 2006 sind
der ehemalige FIFA-Schiedsrichter ¼uboš Miche¾ sowie die Präsidentschaftskandidatin
von 2009, Iveta Radičová, Mitglieder der Partei.
|
| KDH |
Christlich-Demokratische Bewegung. Die KDH steht für die
Verteidigung christlicher und nationaler Werte.
Die KDH ist die ehemalige Partei von Mikuláš Dzurinda, aus der
dieser am 17.1.2000 austrat, um die SDKÚ zu gründen. Die Partei
liegt seit Jahren relativ stabil zwischen ca. 8-11% der Wählerstimmen.
Vorsitzender: Ján Fige¾ |
| SNS |
Slowakische Nationalpartei. Verfolgt einen anti-ungarischen
Kurs. Parteivorsitzender Ján Slota,
der die SNS 2001 verließ und eine eigene Partei gründete, diese Partei
aber nach der Wahlschlappe 2002 wieder mit der SNS vereinigte, ist für
ausländerfeindliche Äußerungen bekannt. Bei der Wahl 2006 konnte die SNS die Fünf-Prozent-Hürde überraschend
deutlich überwinden. Noch überraschender dann die Regierungsbeteiligung
unter Ministerpräsident Fico (der Vorsitzende der SNS, Ján Slota, gehört
allerdings nicht der Regierung an). Die Beteiligung dieser Partei war von
Experten eigentlich für unmöglich gehalten worden, doch Premier Fico
brachte die Partei, um eine Mehrheit zu bilden, was ihm in In- und Ausland
heftige Kritik einbrachte. Seit der Wahl 2006 bis Anfang 2009 war
die Partei immer deutlich im zweistelligen Prozentbereich und kam im
Januar 2008 in Umfragen gar auf 14%. Seit Mitte 2009 beginnt der Wählerzuspruch
erstmals wieder zu sinken. Zuletzt rückte der
Emissionszertifikate-Skandal die Kompetenz der SNS in ein schlechtes
Licht. Premier Fico löste daraufhin das Umweltamt aus dem
Verantwortungsbereich der SNS heraus. Slota dagegen macht weiterhin mehr
mit diskriminierende Äußerungen gegen Randgruppen, als mit politischer
Kompetenz auf sich aufmerksam: zuletzt bezeichnete er Homosexuelle als
unerwünschte Elemente. |
| ĽS-HZDS |
Bewegung für eine Demokratische Slowakei (Nationalisten), Partei
Ex-Ministerpräsident Vladimír
Mečiar. Lange die populärste slowakische Partei, wurde die ehemalige Bürgerbewegung
vor allem durch ihren machtbesessenen Vorsitzenden in Verruf gebracht. War
zunächst gegen eine Westorientierung und pflegte intensive Beziehungen zu
Russland. Durch diese Politik und einige zweifelhafte innerpolitische
Vorgehensweisen führte Mečiar die Slowakei außenpolitisch fast in die
Isolation. Als EU- und NATO-Beitritt für die Bevölkerung zu wichtigen
Themen wurden, schwenkte die Partei in ihrem Kurs um und stand bis Mitte
2002 wieder bei 30% der Wählerstimmen bevor die Abspaltung der HZD und
Diskussionen um eine Privatvilla
Mečiars der Partei massive Stimmeinbußen bescherten. Später
umbenannt in ĽS-HZDS rutschte die Partei in der Wählergunst immer
weiter ab und kam bei der Wahl 2006 erstmals nicht in den zweistelligen
Prozentbereich. Ende 2009 konnte die Partei in den Umfragen noch ca. 7%
der Wähler hinter sich vereinen. |
| Most-Híd |
Ende Juni 2009 gegründet von Béla Bugár, der bis 2007 für
10 Jahre der Vorsitzende der Ungarn-Partei SMK-MKP gewesen war. Most-Híd
versteht sich als Slowakisch-Ungarische Koalition und als Alternative zur
Ungarnpartei SMK-MKP. Die beiden Wörter Most und Híd bedeuten auf
Slowakisch bzw. Ungarisch jeweils «Brücke». Die Partei setzt
auf eine Kooperation zwischen der slowakischen Bevölkerung und der
ungarischen Minderheit im Land. Seit Mai 2010 kann sich die neu gegründete
Partei leicht an ihrer Mutterpartei SMK vorbeischieben. Vorsitzender: Béla Bugár |
| SMK-MKP |
Partei der ungarischen Koalition. Vorsitzender: Pál Csáky. Die Partei
konnte bis 2007 auf fast hundertprozentige Unterstützung unter
der ungarischen Minderheit zählen, die ca. 500.000 Menschen umfasst. Von
der slowakischen Bevölkerung wird die SMK nicht gewählt obwohl sie als
eine Partei der Mitte und als stärkste Reformkraft neben Dzurindas
SDKÚ gilt. Fordert als einzige Partei die Abschaffung der Beneš-Dekrete, auf
deren Grundlage viele Ungarn vertrieben wurden. Nach dem Weggang des langjährigen
Vorsitzenden Béla Bugár, rutschte die Partei in den Umfragen zunächst
um drei Prozentpunkte ab, fing sich dann jedoch wieder. Nach einem
Zwischenhoch Mitte 2008 pendelte sich der Zuspruch bei ca. 8,5% ein. Seit
Gründung der Partei Most-Híd, verlor die SMK-MKP jedoch zunehmend an
Boden und konnte im Dezember 2009 nur 5,6% der Wähler hinter sich
vereinen. |
| SaS |
Freiheit und Solidarität. Gegründet von dem Ökonom Richard
Sulík. Der Vorsitzende Richard Sulík hatte 2004 unter Finanzminister
Ivan Mikloš die slowakische Steuerreform verfasst. Die Partei, die
im März 2009 gegründet wurde, übersprang im Dezember erstmals die
5%-Marke. |
| SF |
Freies Forum (Slobodné fórum). 2004 spaltete sich die
SF von der Regierungspartei SDKÚ ab und erzielte Ende 2005 und Anfang
2006 in den Umfragen mehr als 5%. Bei den Parlamentswahlen 2006 konnte
diese Hürde aber nicht überwunden werden. Seither schwankt die Partei in
den Umfragen zwischen 0,5 und 3 Prozent. Die Vorsitzende Zuzana
Martináková arbeitete u.a. bei Slovak Radio und BBC. |
| KSS |
Kommunistische Partei der Slowakei. Die Partei hatte sich 1992 aus zwei
von der SDL abgespalteten Parteien zusammengeschlossen. Zog 2002 ins
slowakische Parlament ein, scheiterte dann 2006 an der 5%-Klausel. Der
Zuspruch der Bevölkerung lag im November 2009 bei ca. 3,5%. Vorsitzender: Jozef Hrdlička |
| SZ |
Grüne Partei (Strana zelených). Früher SZS. Gegründet
1989, zog die Partei 1994 zum ersten Mal ins Parlament ein. 1998 erreichte
sie in einer Koalition mit SDK, SDL, SMK und SOP 26,33%. 2002 alleine nur
noch 0,98%. 2006 nahm die Partei nicht an den Parlamentswahlen teil. Bei
den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 errang die Partei 2,11%.
Vorsitzender seit November 2008: Peter Pilinský |
| HZD |
Bewegung für Demokratie; die Partei wurde erst Mitte Juli
2002 von dem populären Ex-Parlamentsvorsitzenden und Mitglied von Mečiars
HZDS Ivan Gašparovič gegründet; die HZD gilt daher als Konkurrenzpartei
Mečiars. Für viele ist die Partei aber nur eine Kopie der HZDS. Die
Partei hatte lediglich in den Monaten nach ihrer Gründung Chancen auf den
Einzug ins slowakische Parlament. Seither gab es einen kontinuierlichen
Abschwung. Aktuell liegt die Partei im Zuspruch der slowakischen Bevölkerung
zwischen 0,5% und 1%. Vorsitzender: Jozef Grapa |
| KDS |
Gegründet im Juli 2008 von ehemaligen Mitgliedern der KDH.
Bei den Europawahlen 2009 kam die KDS auf 2,1%, ansonsten lag die Partei
kontinuierlich unter 1% (August 2009: 0,3%, Dezember 2009: 0,6%) und war
im April 2010 quasi ohne Wählerzuspruch. Vorsitzender: Vladimír Palko |
| SD¼ |
Partei der Demokratischen Linken (ehemalige Kommunistische Partei der
Slowakei, die bis 1989 als Teil der Kommunistischen Partei der
Tschechoslowakei der faktische Machthaber war). Nach Staatsgründung
der Slowakei gehörte die Partei noch zu den stärksten Kräften. Nach dem
Weggang Ficos und Neugründung der Smer rutschte die SDL in die
Bedeutungslosigkeit ab. 2004 vereinigte sich die SDL Partei mit Smer. 2005
wurde eine neue Partei unter dem gleichen Namen gegründet, deren
Vorsitzender Ladislav Kozmon ist. Diese Partei ist bislang bedeutungslos. |
| ANO |
Allianz des neuen Bürgers, programmatische Abkürzung ANO
('Ja'). Gegründet 2001 vom slowakischen Medienzar Pavol
Rusko,
Besitzer des Privatsenders Markíza. Rusko zug sich den Unmut seiner
politischen Gegner zu, indem er seinen Sender zur Wahlpropaganda für
seine Partei missbrauchte. Es beastanden durchaus Ähnlichkeiten mit
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi. 2005 wurde die Partei
nach einer Korruptionsaffäre ihres Präsidenten Rusko aus der Regierung
ausgeschlossen. Anschließend verließ die Mehrheit der Mitglieder die
Partei. Seitdem rutschte der Zuspruch der Bevölkerung ab Ende 2006 auf
unter 1%. Parteivorsitzender seit 2007: Robert Nemcsics |
| Paliho Kapurková |
Die fröhliche politische Partei. Wurde bekannt im März
2010 und kam im April auf 0,9% der Wählerstimmen. Sieht sich als Partei für
die schweigende Mehrheit der politischen Aktivität und als Auffangpartei
für Protestwähler.
Parteien wie diese sprießen vor den Wahlen wieder vermehrt aus dem Boden.
Meist haben sie kein wirkliches Programm und sehen sich nur als
Alternative zu den etablierten Parteien. |
Weitere Zahlen und Fakten liefert die Website der Agentur
Focus
Research. Ältere Beschreibungen zu obigen und anderen Parteien finden Sie
auf den Wahlseiten der Jahre 2002 und 2006.
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Letzte Änderung: 6.11.2010