Skispringen
Das slowakische Skisprungteam besteht im Prinzip nur aus zwei Mann, nämlich Martin Mesík und Trainer Peter
Schlank. Die anderen Springer sind eher Randerscheinungen, die den Sport nicht
wirklich ernsthaft betreiben. Martin Mesík und Peter
Schlank kommen vom
Sportklub «LK Vimar Banská Bystrica».
Mesík ist der einzige slowakische Skispringer, der sich in den letzten
Jahren für ein Weltcup-Springen qualifizieren und damit in
die Top 50 springen konnte. Zuletzt gelang Mesík dies beim traditionellen
Neujahrsskispringen 2007 in Garmisch-Partenkirchen, als er den 38. Platz
erreichte. Auch in Engelberg erreichte er diesen Winter zweimal die Top 50.
Um die Leistungen des slowakischen Springers zu beurteilen, muss man sich die
schlechten Trainingsbedingungen der «Nationalmannschaft» (oder
besser des Zwei-Mann-Teams) vor Augen halten. Dort mussten die Springer sogar bei der Präparation der Schanze Hand
anlegen. Aber diese Tatsachen sind nur die Spitze des Eisbergs.
Weitere, beinahe unglaubliche Fakten erfuhr Slowakei-Net.de aus Insider-Kreisen:
Mittlerweile darf Mesík überhaupt nicht mehr auf der inzwischen komplett
modernisierten Schanze springen. Denn diese wurde von einem Privatmann gekauft,
der dem besten slowakischen Springer aus unerfindlichen Gründen den Zutritt zur
Schanze verweigert.
Auch die Skianzüge bereiten des öfteren Probleme, da Mesík seinen Anzug trotz
Vorausbezahlung nie pünktlich geliefert bekommt. Oft stimmen dann auch die Maße
nicht, obwohl die Lieferanten die Maße des Springers kennen. Bei den
Olympischen Spielen in Turin musste Mesík deshalb sogar in seinem Sommeranzug
vom Vorjahr springen.
An Bezahlung ist natürlich überhaupt nicht zu denken. Trainer Peter Schlank
ist bereits Rentner und übt seinen «Trainerjob» auf ehrenamtlicher
Basis aus. Martin Mesík müsste ohne die Unterstützung seiner Familie mit dem
Skispringen aufhören, denn bei den wenigen Sponsoren, die sich überhaupt
finden, ist die Zahlungsmoral sehr schlecht ausgeprägt oder gar nicht
vorhanden.
Die Zukunft des Teams ist indessen offen, denn hinter Mesík ist weit und breit
kein junger Springer, der nachkommt. Und auch der Verband ist im Umbruch,
nachdem einige der leitenden Personen wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis
mussten. Den nachgerückten Leuten fehlt die Führungserfahrung, daher fehlt
auch in dieser Hinsicht die Perspektive.
So wird auch in den nächsten Jahren alles von Martin Mesík und Peter Schlank
abhängen. Die beiden sind ob der Umstände nicht zu beneiden. Sponsoren-Hilfe
ist dringend erforderlich, aber nicht absehbar. Und die Schanze in seiner
Heimatstadt wird Mesík wohl in naher Zukunft nicht nutzen können. Nur dem
Durchhaltevermögen der beiden Hauptakteure ist es zu verdanken, dass sich das
slowakische Team nicht längst völlig aus dem Weltcupzirkus verabschiedet hat.
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Martin Mesík mit Trainer Peter Schlank |
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Martin Mesík bei den Vorbereitungen zum Wettkampf |
Links:
Slowakischer Skiverband
Letzte Änderung: 2.1.2007