Politik und Wirtschaft
Die Slowakei ist ein demokratischer
Staat nach westlichem Muster mit Gewaltenteilung. Alle Bürger sind vor dem
Gesetz gleichgestellt, ohne Unterscheidung zwischen Nationalität, Religion,
politischer Gesinnung und Geschlecht. Ein Verfassungsgericht hütet die
Verfassung.
Die Slowakei ist ein sicheres Urlaubsland. Der politische Umbruch seit 1993 hat
auch die Privatwirtschaft in das Land gelockt. So sind z.B. europäische
Mittelklassewagen auf slowakischen Straßen nichts Besonderes. Die Kriminalität,
vor allem in den Bereichen Taschendiebstahl und Trickbetrug ist in der
slowakischen Hauptstadt Bratislava am höchsten. Es ist aber auch in den
Touristengebieten damit zu rechnen. In den übrigen Landesteilen muss nicht von
einer erhöhten Gefahr ausgegangen werden. In Bratislava sollten Sie ihr
Fahrzeug auf einem bewachten Parkplatz abstellen. Auch in den Urlaubsgebieten
sind bewachte Parkplätze vorzuziehen. In der jüngeren Vergangenheit ist die
Zahl der Autoaufbrüche und Diebstähle leider stark angestiegen. Besonders
deutsche Marken der Oberklasse sind bei den Diebesbanden begehrt. Allerdings ist
die Situation auch nicht schlimmer als in anderen Urlaubsländern.
Die Wirtschaft der Slowakei befindet sich im Umbruch. Zu Zeiten der
Tschechoslowakei waren in der Slowakei die Metallindustrie, die chemische
Industrie, die Rüstungsindustrie und die energieerzeugende Industrie die Säulen
der Wirtschaft. Die Slowakei galt als Waffenschmiede des Warschauer Pakts. Rund
60% der der unter dem Begriff Maschinenbau zusammengefassten Unternehmen gehörte
zur Waffenindustrie. Dies änderte sich seit dem Umbruch im Jahre 1989
grundlegend. Der Dienstleistungssektor hat in den Jahren nach 1991 stark
zugelegt, ging aber Ende der 90er Jahre wieder leicht zurück. Die
Industrieproduktion sank von 61% des BIP im Jahre 1991 auf 24,3% im Jahre 2000.
Mikuláš Dzurinda ist der Sieger der slowakischen Parlamentswahlen. Nachdem es
lange Zeit nach einem Desaster für die SDKU aussah, konnte sich die Partei auf
der Zielgeraden als zweitstärkste politische Kraft konsolidieren. Das
Wahlergebnis wird allgemein als Abstimmung der Slowaken über den EU- und den
NATO-Beitritt gewertet. Mit dem Sieg des Mitte-Rechts-Bündnisses scheint der
Weg in diese beiden Organisationen geebnet. Dzurinda kann in Zukunft zwar nur
mit einer knappen Mehrheit regieren, muss aber keine linksgerichtete Partei in
der Koalition aufnehmen.
Zahlen, Tendenzen, Ergebnisse
Auch in der Slowakei werden die Stimmungen im Wahlkampf in regelmäßigen Abständen
erfasst. Slowakei-Net.de präsentiert Ihnen nachfolgend die Umfrage-Ergebnisse
von Juni bis September im Vergleich mit den Ergebnissen der letzten Wahlen. Die Wahl
2002 fand am 20./21.9.2002 statt. Im slowakischen Parlament sitzen 150
Abgeordnete.
| Monat |
HZDS |
SDK(U) |
Smer |
SMK |
KDH |
ANO |
KSS |
HZD |
SNS |
SDL |
SOP |
Sonst. |
| Wahl '92 |
74 S. |
--- |
--- |
14 S. |
18 S. |
--- |
--- |
--- |
15 S. |
29 S. |
--- |
--- |
| Wahl '94 |
61 S. |
--- |
--- |
17 S. |
17 S. |
--- |
--- |
--- |
9 S. |
18 S. |
--- |
s. Anm. |
| Wahl '98 |
43 S.
27% |
42 S.
26,3% |
--- |
15 S.
8,1% |
--- |
--- |
--- |
--- |
14 S.
9,1% |
23 S.
14,7% |
13 S.
8% |
6,8% |
| Juni |
25% |
11,3% |
14% |
10% |
6,6% |
11,2% |
--- |
--- |
5% |
--- |
--- |
16,9% |
| Juli |
26% |
9,8% |
14,6% |
10% |
7,8% |
8% |
--- |
--- |
--- |
--- |
--- |
23,8% |
| August |
20% |
9,5% |
16% |
12% |
6% |
10% |
--- |
5% |
--- |
--- |
--- |
21,5% |
| September/1 |
16% |
9,6% |
17% |
10,6% |
9,4% |
8,4% |
--- |
(7) |
--- |
(8) |
--- |
29% |
| September/2 |
15,7% |
11,4% |
16,8% |
10,9% |
8,5% |
8,9% |
--- |
(7) |
(8) |
(9) |
--- |
27,8% |
| Hochrechnung |
16,3% |
13,9% |
15,1% |
9,9% |
8,9% |
8,2% |
5,9% |
--- |
--- |
--- |
--- |
21,8% |
| Wahl 2002 |
36 S.
19,5% |
28 S.
15,1% |
25 S.
13,4% |
20 S.
11,2% |
15 S.
8,3% |
15 S.
8,0% |
11 S.
6,3% |
3,28% |
3,32% |
1,36% |
--- |
18,4% |
| Wahl Gewinne/ 2002
Verluste |
-7 S.
-7,5% |
-14 S.
-11,2% |
+25 S.
+13,4% |
+5 S.
+3% |
+15 S.
|
+15 S.
+8,0% |
+11 S.
|
+3,28% |
-5,78% |
-13,34% |
--- |
|
S. = Sitze
1994 waren noch die Demokratische Union (DU, 17 Sitze, 1998 aufgegangen in die
SDK) und die Arbeitervereinigung (ZRS, 13 Sitze) im Parlament.
(7) = keine Prozente angegeben, Rang 7, Chancen auf
Einzug in das Parlament
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