Holzkirchen in der Slowakei?

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60plus
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Ungelesener Beitrag von 60plus »

Hallo Ulrich!

Danke für deinen ausführlichen Bericht, der mir sehr gedient hat.

Zur Ukraine:

War leider noch nie in der Ukraine.
Wäre schön mal ins ehemalige Lemberg zu fahren.
Grenzübertritt?
Hast du Erfahrung mit der Ukraine?


Liebe Grüße

Josef

Ulrich Sk
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Ungelesener Beitrag von Ulrich Sk »

Hallo Josef,

bis jetzt war ich 1999 (1 Tag), 2001 (2 Wochen), 2002 und 2005 (jeweils 3 Wochen) mit dem Fahrrad überwiegend allein in der Westukraine (Ostgalizien, Karpaten, Transkarpatien) unterwegs und habe ein sehr interessantes Land mit nahezu unglaublich hilfsbereiten und gastfreundlichen Menschen kennengelernt.

Die Einreise ist einfach, seitdem durch die Ukraine die Visumpflicht für EU-Bürger einseitig abgeschaft wurde. Infos unter http://www.botschaft-ukraine.de

Straßenübergänge in die Ukraine von der Slowakei über Ubl'a / Malyi Bereznyi oder Vysne Nemecke / Uzghorod, von Polen aus die Transitstraße Przemysl / L'viv.

Eisenbahnübergänge von Polen bei Przemysl und von der Slowakei bei Tschop. Alle anderen Grenzübergänge in den Karpaten können nir von Polen und Ukrainern genutzt werden.

L'viv ist eine schöne und interessante Stadt. Ein Besuch lohnt sich. Die sehenswerte Altstadt ist fest in der Hand polnischer Touristen, ähnlich wie die Japaner in Heidelberg... ;)

Ich kann viel über die Ukraine erzählen. Das beste ist, Du präzisierst einmal Deine Fragen.

Ulrich

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60plus
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Ungelesener Beitrag von 60plus »

Hallo Ulrich!

Wir sind immer mit dem PKW, meine Gattin und ich unterwegs.
Sind eigentlich schon sehr viel im Osten unterwegs gewesen und haben dadurch keine Vorurteile oder Ängste.
Bist du mit dem PKW unterwegs? Gibt es Probleme bezüglich PKW?
Nur die Ukraine ist für uns ein noch unbekanntes Land.
Sollten wir es doch wagen und du hast uns in der Absicht gestärkt möchten wir das Sakarpatska Gebiet Richtung LVIV - Showkawa - Potschajiw besuchen. Wieder alte Städte, Klöster, Kirchen und dergleichen besichtigen.
Waren heuer Anfang Juni in Serbien und Mazedonien und voriges Jahr in Montenegro. Sind von den orthodoxen Klöstern und Kirchen begeistert.

Es wäre nett wenn du uns einige interessante Orte nennen würdest. :wink:

Liebe Grüße

Josef

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Michal
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Ungelesener Beitrag von Michal »

Ich kann viel über die Ukraine erzählen. Das beste ist, Du präzisierst einmal Deine Fragen.
Hallo!

Hier hätte auch ich Interesse - da ich bereits mehrfach vor der UA - Grenze stand, aber trotz guter "Osteuropa- Erprobung" immer etwas Angst vor einem Grenzübertritt hatte (bspw. um einen Tagesausflug von Humenne nach Uzgorod zu machen, was mich schon sehr interessieren würde!!).

(Nebenbei bemerkt war ich sozusagen schon einmal "illegal" in der Ukraine - wenn auch nur auf etwa 1m Territorium auf dem 3Länder Berg KREMENEC - siehe mein Reisebericht, der weiter oben als Link angegeben ist...

Meine SK - Vermieter und Pensionsbetreiber, aber auch andere ortskundige Personen haben mir immer wieder davon abgeraten, weil es an der Grenze sehr willkürlich zugehen soll (ewige sinnlose Wartezeit, um Geld usw. zur "Beschleunigung" zu erpressen) und man mit deutschem Kennzeichen im Land auch für einige Zeitgenossen als sehr leichtes Opfer angesehen werden soll.

Auch gibt es für PKW teils enorme Wartezeiten an der Grenze (mehrfach wurde von bis zu 12h Wartezeit berichtet), weil man scharf kontrolliert, da Benzin und Alkohol bzw. Zigaretten in der UA weitaus billiger sind als in der SK und somit ein hohes Schmuggelpotential besteht.

Ich betone: Weder habe ich Vorurteile oder schenke zu schnell verschiedenen Horrormärchen Glauben, aber ich habe eben gerade von Ortskundigen und Einheimischen in der östlichen Slowakei doch einige Warnungen bekommen (Grundtenor "da gibt es nichts zu sehen, das ist ein armes Land, noch viel ärmer als die Ostslowakei).


Daher wäre ich an Deinen Erfahrungen (BIlder vom SK/UA - Grenzgebiet??) auch sehr interessiert. Auch wenn Du nur schilderst, wie die Strasse hinter dem Grenzübergang UBL`A weitergeht (stand schon mehrfach vorm Schlagbaum und habe mit mir gerungen.... und kenne die Strecke auf der Karte schon auswendig...)

Eventuell per PN, da es von den Holzkirchen schon etwas abschweift....



Gruß Michael :?

Ulrich Sk
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Ungelesener Beitrag von Ulrich Sk »

Hallo Josef,

in den Ostkarpaten (und drumherum) war ich immer nur zu Fuß oder per Rad unterwegs, manchmal legte ich kurze Strecken per Bus oder Bahn zurück - daher keine Erfahrung mit dem Auto.

Nur soviel: Nachts das Auto weg von der Straße rauf aufs Grundstück oder in den Schuppen!
Die ukrainischen Straßen sind oft sehr schlecht, also stets vorsichtig fahren. Ansonsten wird aus dem gewünschten ein realer Achsbruch !!!

Die Einreise in die Ukraine und vor allem die Ausreise mit Pkw kann langwierig werden. Die Polen und vor allem die Slowaken kontrollieren bei der Einreise in die EU sehr gründlich. Dies dürfte ab 2008 noch schlimmer werden, wenn die Länder dem Schengener Abkommen beigetreten sind.
Empfehlung: die Grenzen zu Fuß oder per Rad queren - Dauer trotz gründlicher Kontrolle meist nur ca. 30 min. :D

Was gibt es in der Ukraine Interessantes?
In Zakarpatien zunächst Uzghorod mit reizvoller Innenstadt, Kirchen der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen, über 1000 Jahre alte Festung, Freilichtmuseum, Philharmonie in ehem. Synagoge im maurischen Stil, die Stadt wirkt sehr westlich, nicht sehr ukrainisch. Mit Abstrichen Mukaceve ebenfalls.
In Solotvina kann man in einer ehem. Saline in einem unterirdischen Salzsee baden - wie im Toten Meer !

15 km südlich von Rachiv liegt an der Landstraße der geographische Mittelpunkt Europas, markiert durch eine weiß-blaue Stele.

Die Kirchen zähle ich nicht auf, die Ukrainer bauen zweierlei seit Jahren in Massen: Tankstellen und Kirchen, wobei die neueren Kirchen meist auch sehr sehenswert sind.

Die Holzkirchen befinden sich überwiegend in den Karpaten. Auf eine solche möchte ich trotzdem hinweisen - die von Kolotschava. Wie die meisten Kirchen zu sozialistischen Zeiten zweckentfremdet, birgt diese heute ein interessantes Heimatmuseum, das nach der Wende 1989 von einem Lehrer der Schule gegenüber gegründet und aufgebaut wurde - inklusive der Besiedlung der Karpatentäler durch Österreicher und Deutsche.

Die meisten Kirchen in der Ukraine sind wegen ihrer großen Kunstschätze normalerweise abgeschlossen - d. h. immer nach offenstehenden Kirchentüren suchen, oder nach dem Pfarrer fragen!

Nach Ostgalizien: Allein L'viv ist eine Reise wert. Die Innenstadt steht unter Denkmalschutz. Von den vielen Kirchen muss die armenische Kirche unbedingt (!!!!!) besucht werden. Ferner gibt es unzählige Museen sowie ein Freilichtmuseum der dörflichen Architektur der Karpaten, ein Schloss, Synagoge. Den 350 Jahre alten Litschakivske-Friedhof solltet Ihr auch besuchen.

Von den vielen reizvollen Städten Ostgaliziens ist hier nur Schovkva nördlich von L'viv genannt. Diese planmäßige Stadtgründung besitzt einen 8-eckigen Hauptplatz, Schloß, mehrere Kirchen und eine allmählich zerfallende Synagoge.

12 km westlich liegt Krechiv mit berühmtem Kloster, das erst nach 1990 wieder von Mönchen besiedelt wurde.

Nördlich und südwestlich von L'viv liegen zahlreiche Dörfer deutschen Ursprungs. Die allermeisten Galiziendeutschen sind vertrieben oder ausgesiedelt worden. Seit einigen Jahren werden die deutschen Gräber auf den Friedhöfen wieder gepflegt.

Ich hoffe, dass ich Euch weiterhelfen konnte. Aber nun Schluß, sonst wird aus dem Slowakei-Forum noch ein Ukraine-Forum. :)
Und der Webmaster mag diesen Abstecher verzeihen, denn bis 1945 gehörte Zakarpatien auch zur Slowakei.

Ulrich

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60plus
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Ungelesener Beitrag von 60plus »

Hallo Ulrich!

Danke für denn ausgezeichneten, ausführlichen Bericht. :action:

Habe alles schon in meine Karte eingezeichnet.

Der Webmaster wird uns hoffentlich verzeihen, wir bleiben der Slowakei ja treu, möchten nur mal über den Zaun blicken.


Liebe Grüße

Josef

hajo
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Ungelesener Beitrag von hajo »

Hallo,

wenn über Holzkirchen gesprochen wird, meint man meistens die Artikularkirche in Kezmarok. Die evangelische Artikularkirche von Paludza ist aber die größte der noch erhalten gebliebenen Kirchen dieser Art.
Als 1773 Zimmermeister Lang mit dem Bau begann, war sie für 6000 Personen geplant.
Mit den viel kleineren griechisch – katholischen und orthodoxen Holzkirchen der Nordostslowakei haben sie nur das Baumaterial, nicht die Bauweise, gemeinsam.
Zu dieser Zeit unternahmen die Behörden alles, um den Bau solcher Kirchen zu erschweren. So musste z. B. der Bauplatz außerhalb der Stadtmauern liegen; der Zugang durfte nicht über eine Straße erfolgen, als Baustoff durfte nur Holz verwendet werden, Türme und Glocken waren verboten, ebenso die Verwendung metallischer Verbindungsmittel(Nägel, Klammern, Zugstangen) und Fundamente wurden sehr selten erlaubt. Es ist fast ein technisches Wunder, dass die Bauten nicht nur realisiert werden konnten, sonder das diese Kirchen die Zeit überdauerten.
Die Artikularkirche von Paludza lag zwar außerhalb der vorgesehenen Wasserfläche des Stausees Liptovska Mara, aber durch den künftigen höheren Grundwasserspiegel waren erhebliche Schäden zu erwarten.
Nach langem Tauziehen, wo nun die Kirche wieder aufgebaut werden sollte, wurde sie letztendlich 1974 – 75 auf einem 1 km südlich von Sväty Kriz gelegenen Hügel wieder aufgebaut. Der jetzige Standort ist etwa 5 km vom ursprünglichen Standort
Entfernt.
Leider ist diese Kirche nur noch selten geöffnet.
Quelle: „Das große Buch der Slowakei“

hajo

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Ungelesener Beitrag von hajo »

Hallo Forumsbenutzer,
die sich mit Holzkirchen – dem sakralen und artikularen Reichtum der Slowakei
beschäftigen.

Der geistige Reichtum jeder Nation hängt mit ihrem kulturellen Erbe zusammen.
Wie ich schon in einem anderen Bericht erwähnt habe, gibt es in der SK u. a.
einmalige Holzkirchen. Eine Besonderheit ist die Bauweise. Wie schon erwähnt, mussten alle Teile aus Holz sein und es durfte kein einziger Nagel verwendet werden. Es soll in der Sk über 300 Holzkirchen gegeben haben. In ihnen sollen sich die römischen – katholischen Traditionen mit der byzantinischen Kultur kreuzen.
Heute gibt es noch ca. 50 sakrale Baudenkmäler, die aus dem 16. – 18. Jahrhundert stammen. Eine davon wurde in das Orava – Dorf bei Zuberec übertragen(Museumsdorf). Sie stammt aus dem Jahre 1647. Die Mehrzahl der Holzkirchen gibt es in der Ostslowakei in den Regionen Saris und Horny Zemplin.
In der Mehrheit der Kirchen werden noch Gottesdienste abgehalten.
Diese und noch mehr Erkenntnisse kann man beim Besuch der Museumsdörfer erlangen.
Interessierten Freunden der Slowakei wünsche ich viel Erfolg beim Entdecken.

Mit freundlichen Grüßen
hajo
Zuletzt geändert von hajo am Mi 12. Mär 2008, 06:19, insgesamt 1-mal geändert.

Dusan Pasek
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Ungelesener Beitrag von Dusan Pasek »

hajo hat geschrieben:Die Artikularkirche von Paludza lag zwar außerhalb der vorgesehenen Wasserfläche des Stausees Liptovska Mara, aber durch den künftigen höheren Grundwasserspiegel waren erhebliche Schäden zu erwarten.
Nach langem Tauziehen, wo nun die Kirche wieder aufgebaut werden sollte, wurde sie letztendlich 1974 – 75 auf einem 1 km südlich von Sväty Kriz gelegenen Hügel wieder aufgebaut. Der jetzige Standort ist etwa 5 km vom ursprünglichen Standort entfernt.
Leider ist diese Kirche nur noch selten geöffnet.
Wir haben diese Kirche bei Swäty Kriz besucht und sie war wirklich beeindruckend. Da die Gegend von Liptovsky Mikulas für die meisten Tatrareisenden wohl auf dem Weg liegt, durchaus eine Empfehlung, die Durchreise mal zu unterbrechen. Geöffnet hat sie meines Wissens regelmäßig.

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Ungelesener Beitrag von Schorsch-digital »

Zu den ältesten gehören gotische Holzkirchen, von denn die wertvollsten in Herartov in der Region Saris oder in Tvrdosin in der Arwa stehen!

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